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Karate für Kinder
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Der nachfolgende Artikel erschien am 01.11.2006 in den Schaffhauser Nachrichten.

Alle Rechte am Text liegen beim genannten Autor respektive den Schaffhauser Nachrichten.
Jedigliche Verwendung des Textes ist ohne Einwilligung der Rechteinhaber untersagt.

"Ich könnte den ganzen Tag Karate betreiben"


Der Schaffhauser Marius Codina nimmt am kommenden Wochenende in Tokio erstmals an
einer Karate-Weltmeisterschaft teil.

Von Matthias Meier

Karate - Er habe sich schon den Finaleinzug als Ziel gesetzt, berichtet Marius Codina.
Mit anderen Worten: Nach den am Freitag mit den Vorausscheidungen beginnenden
Karate-Weltmeisterschaften in der japanischen Metropole Tokio will der "Sensei"
seinem Gepäck (mindestens) ein Edelmetall beilegen können. Der 30-Jährige schätzt
seine Chancen in den beiden Kategorien, in welchen er starten wird (Team und Einzel),
als intakt ein. "Grundsätzlich will ich einfach mein Bestes geben", benutzt Codina eine
der im Sport wohl am häufigsten verwendeten Floskeln.

Die Endrunde wird im K.-o.-System ausgetragen und bietet ein abwechslungsreiches
Programm. Während den Athleten die Katas (Formen) bis ins Semifinale von den
Schiedsrichtern auferlegt werden, können sie danach eine solche selbst bestimmen
und erhalten dafür eine Punktebewertung. Dieser Modus gilt sowohl im Einzel- als
auch im Mannschaftswettkampf. Beim Letzteren schätzt der Schaffhauser die
Erfolgsaussichten als noch ein wenig besser ein, da im Team eigentlich alles
zusammenpasse. Dabei kann man die Gruppenausscheidung am ehesten mit
Synchronschwimmen vergleichen. Die Karatesportler führen eine jeweilige Kata
in Reih und Glied - in einer Dreiecksformation - auf und sollten dies logischerweise
in möglichst homogener Manier tun.

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Von Kameradin zum Karate bewegt

Wieso aber genau Karate? "Eine Klassenkameradin hat mich zum Karate gebracht", erzählt Marius Codina. Diesen vor über einer Dekade getätigten Schritt habe er nie bereut. Schon das Jahr zuvor, als das Mitglied des Karate-Clubs Eglisau für ein Jahr in der Romandie weilte, sei er auf den Kampfsport, der übersetzt soviel wie "leere Hand" bedeutet, aufmerksam geworden. Seitdem beschäftigt sich der Student intensiv mit der Sportart, deren Ursprung in China liegt: Dreimal Training unter der Woche - einmal davon mit dem Nachwuchs  - plus selbstständiges Training am Wochenende, für welches er das Tanzzentrum in Schaffhausen benutzen darf. Im Raum, wo der Dojo-Leiter (Dojo heisst Trainingshalle) jeweils am Ende der Woche die Übungen noch einmal wiederholt und erweitert, befindet sich ein grosser Wandspiegel, was zur individuellen Verbesserung der Fähigkeiten eine zusätzliche Hilfe darstellt. "Für mich hat das Karate-Do etwas Unendliches", erklärt Codina den Bezug zu seiner Leidenschaft, "ich könnte es den ganzen Tag betreiben." Er findet vor allem an der Tatsache Gefallen, dass der gesamte Körper in Anspruch genommen wird, dass im Karate damit die Koordination von zentraler Bedeutung und jederzeit die volle Konzentration erforderlich ist.

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Problem der Randsportart

Seit Dezember 2000 ist der Karateka (Karate-Praktizierender) mit schwarzen Gürtel (2.Dan) nun beim Karate-Club Eglisau, wo er eine neue Heimat gefunden hat. Mittlerweile unterrichtet er selbst nicht nur als Assistenz den Nachwuchs, der ungefähr 30 Mitglieder zählt, sondern auch als einer von vier Leitern die etwa 15-köpfige erwachsene Truppe. Es liegt in der Natur der Sache, dass auch der Karate-Club Eglisau als Betreiber einer Randsportart seine Schwierigkeiten mit der Erhaltung der Mitgliederzahl hat. In dieser Hinsicht sei es besonders wichtig, dass man die Jungen zur Weiterführung ihres Hobbys bewegen kann, weiss der Elite-Athlet. Nicht zuletzt aus diesem Grund rät der Schweizerische Karate-Verband SKISF, der 28 Vereine zählt, an wenigen Wettkämpfen teilzunehmen, sich vollständig auf die Förderung der Jungen zu konzentrieren und diese voranzutreiben. Zusätzlich schaut der Nationaltrainer Shihan (Meister) Rikuta Koga (8.Dan SKISF) bei den Clubs von Zeit zu Zeit vorbei, um Instruktionen zu geben. Koga ist auch Codinas persönlicher Mentor. Für die Weltmeisterschaften hat die Delegation um Marius Codina sich also einiges vorgenommen. Aber auch im Falle einer Enttäuschung würde Codina seine Tätgkeit mit Sicherheit weiterführen. Und zwar so lange, wie sein Körper mitspielt.